Von Kick-the-Dog!
bis Cats Corner*
Swing ist ein Rhythmus, der sich aus schwarzen Afro-Rhyhtms (Yoruba und Bantu, von den aus Afrika importierten Sklaven in die USA gebracht) und weißer Marschmusik (von den europäischen Einwanderern) bildete und in allen älteren Formen der Jazzmusik vorherrscht. Der Tanz entstand in den 1920er Jahren in den großen Ballsälen New Yorks zur Musik der Big Bands, die die Jazzmusik zur orchestralen Swingmusik weiterentwickelten.
Der Swing wird meist auf acht (eight-count, v. a. Lindy Hop, Charleston, Cakewalk, Big Apple etc.), manchmal aber auch auf sechs (six-count, v. a. East-Coast-Swing) Zählzeiten getanzt. In den meisten Swing-Richtungen sind sowohl six-count- als auch eight-count-Schritte möglich.
Die Energie des Tanzes, die jazztypische Improvisation und die Offenheit für andere musikalische und tänzerische Einflüsse hat zu einem weiten Spektrum an typischen Bewegungselementen geführt, das sich bis heute weiter entwickelt und erweitert. Die ursprüngliche Variante des Tanzes stammt aus dem Tanztempel Hotel Savoy in Harlem (New York) und wurde als Lindy Hop oder Savoy-Style-Swing bezeichnet. Bei der weiteren Verbreitung wurden Einflüsse anderer Tänze wie Shag aufgenommen. Die bekannteste Variante ist der Hollywood-Style Swing. Er wurde vor allem für die Filmindustrie in Hollywood getanzt und heißt nach seinem ersten Vertreter auch Dean-Collins-Style. Um die Wende der 40er/50er Jahre entstanden, war er das weiße Pendant zum „schwarzen“ Savoy-Style. Es kam darauf an, möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, d.h. es wurden vermehrt Show-Elemente eingesetzt, der Tanz wurde extrovertierter und verlor viel von seinem ursprünglichen Charakter.
*Kick-the-Dog! nennt sich eine Charleston-Figur und ins Cats Corner wurden im legendären New Yorker Savoy Ballroom die echten Profi-Tänzer eingeladen zu zeigen, was sie können.
Mit Rock ’n’ Roll, Disko-Kultur und dem Niedergang der Big Bands verlor der Swing an Beliebtheit. Reste hielten sich im East- bzw. West-Coast-Swing in den USA, im LeRock in Frankreich und Großbritannien. Im Jive, einem der fünf latein-amerikanischen Tänze, wurden einige der Grundelemente des Swing für den europäischen Turniertanz normiert.Seit etwa 1985 gibt es ein Lindy Hop-Revival, das in Europa von Schweden ausging. Dort findet auch einer der alljährlichen internationalen Swing-Höhepunkte – ein 4-wöchiger Swing-Workshop in Herräng – statt.
Quelle: Wikipedia (gelesen am 03.11.2009)






